Nach langer Wartezeit und mehreren Teilbegehungen der Wanderung
Quebrada Negro, die wir als Zustieg zum Canyoning im Ribeira
da Igreja genutzt haben, ist es endlich Zeit, die Strecke einmal komplett zu gehen.
In Madeira gibt es sicher viele ausgesetzte Wanderwege, aber
dieser alte Aufstieg von Quebrada Nova nach
Achadas da Cruz schlägt definitiv alles, was wir von
Casa Vento auf unserer Lieblingsinsel bisher begangen haben.
Willkommen auf unserem Blog.
Wandern in Achadas da Cruz
30. Dezember 2022
Für viele ist schon eine Fahrt mit der Seilbahn ausreichend beängstigend, führt diese doch auf 600 Metern Strecke immerhin 450 Meter in die Tiefe. Ein absolutes Muss für nur 5 Euro für beide Fahrten.
“ Nahezu senkrecht! “
Michael - Casa Vento
Die Vereda Quebrada Nova führt über breite, gepflasterte Wege fast ebenerdig entlang der Küstenlinie. Je nach Jahreszeit begleiten kräftige Wellen den Weg. Dass Menschen hier unten noch landwirtschaftlich tätig sind, ist schon faszinierend. Nach und nach werden die einzelnen Gebäude aber touristisch genutzt.
Der Weg ist erst aus unmittelbarer Nähe als solcher zu erkennen, die Natur holt sich mit üppigem Wachstum jede kleine Fläche zurück. Nur mühselig lässt sich hier wandern.
Meter für Meter schraubt sich der Pfad, der angelegt wurde, um Quellen anzuzapfen und so die Wasserversorgung sicherzustellen, durch die steile Bergflanke, stellenweise erkennt man gemauerte Treppenstufen. Garniert wird unsee Strecke von einem stetigen Blick auf das Meer.
Nach einer guten halben Stunde Anstieg erreichen wir den Einstieg der Canyoning Tour Ribeira da Igreja. Ab hier beginnt auch für mich, Michael, absolutes Neuland.
“ Canyoning “
Michael - wasserliebend
Weiter geht es auf einer schmalen Kante, die mehrere hundert Meter über dem Abgrund thront. Ein wahnsinnges Panorama liegt uns wortwörtlich zu Füßen.
Schießlich erreichen wir kurz darauf die aus Videos bekannte Passage, in der man auf einem schmalen Felsband wandert.
In dieser ausegsetzten Bergflanke ist ein Fotostop ein Muss.
Oder auch zwei.
Oder drei...
Die gefährlichste Passage führt dann auch noch leicht bergauf. Gänsehaut ist hier garantiert.
Die Klippe wird verlassen und der Weg führt über eine zugewachsene Geröllhalde, die ebenfalls unsere volle Konzentration erfordert.
Nach einem letzen ausgesetzten Stück geht es landeinwärts und unser Kampf
mit dem Unterholz beginnt. Wir zwängen uns durch Gestrüpp entlang kaum oder
gar nicht erkennbarer Wege. Mehr oder weniger nach Gefühl bahnnen wir uns mit Gewalt
einen Weg durch Bambus, Gras und etwas Dornenbusch, um schließlich nach gut zwei Stunden
endlich im Wald zu landen.
Geschafft, die Zivilisation hat uns zurück.